Der Hoge Berg, früher und heute
Die Entstehung des Hoge Berg
Texel war nicht immer eine Insel. Bis ins zwölfte Jahrhundert war es mit dem Festland verbunden. Im Jahr 1170, während der Allerheiligenflut, brach die Dünenreihe durch, die Texel mit Huisduinen bei Den Helder verband. Danach entstand über das Spanjaardsgat und das Marsdiep eine immer breitere Verbindung zwischen der Nordsee und der damaligen Zuiderzee. Das Marsdiep, durch das heute die TESO-Fähre fährt, ist heutzutage das tiefste Seegat der Niederlande. Das Spanjaardsgat verschlammte im achtzehnten Jahrhundert; nur ein Dünental erinnert noch daran.
Der Hoge Berg entstand im Saalien, der vorletzten Eiszeit, vor etwa 140.000 Jahren. Das skandinavische Landeis reichte damals bis in unsere Gegenden. Entlang der Eisfront — etwa auf der Linie Texel, Wieringen, Gaasterland, Urk, Steenwijk und Coevorden — wurden frühere Ablagerungen von Sand und Lehm zu Stauchmoränen aufgeschoben. Der Hoge Berg bildet den höchsten Punkt einer Geschiebelehmstauchmoräne, die quer über Texel läuft, von Den Hoorn bis Oosterend.
Geschiebelehmstauchmoräne und Besiedlung
Die Stauchmoräne ragt noch immer deutlich über die Landschaft hinaus und ist fünf bis fünfzehn Meter hoch. Von der Fähre aus ist der Hoge Berg bereits sichtbar. Diese höher gelegenen Gebiete boten früher Schutz vor Meerwasser, weshalb hier die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung auf Texel gefunden wurden, die vor 4500 vor Christus datiert werden.
Gartenwälle
Den Kern der Stauchmoräne bildet der Hoge Berg, erkennbar an der sanft hügeligen Landschaft und den charakteristischen Texeler Gartenwällen (tuunwallen). Diese Wälle aus Grassoden, gefüllt mit Sand, dienen noch immer als Feldabgrenzung. Sie entstanden aus der Not heraus: Gräben zu graben war wegen des niedrigen Wasserspiegels schwierig, Holz für Zäune war knapp und Hecken konnten dem harten Seewind nicht standhalten.
Um 1965, während der Flurbereinigung, wurde der besondere Charakter des Gebiets anerkannt und der Hoge Berg offiziell zum Landschaftsreservat ernannt. Seitdem wurden viele Gartenwälle restauriert oder neu angelegt. Der landwirtschaftliche Natur- und Landschaftsverein De Lieuw setzt diese Arbeit heute fort, insbesondere auf dem Hoge Berg. So können wir weiterhin die alte, so typisch Texeler Landschaft genießen.
Tuunwallen
Die kleinen Parzellen auf dem Hoge Berg werden voneinander durch Gartenwälle getrennt, auf Texelisch tuunwallen. Da Holz knapp war, wurden Grassoden aus den umliegenden Parzellen gestochen und auf besondere Weise aufgeschichtet. Früher eine arbeitsintensive Aufgabe, heute geschieht dies maschinell.
De Hoge Berg heute
Die Landschaft des Hoge Berg wird seit jeher landwirtschaftlich genutzt. Schafe prägen noch immer das Bild. In dem Gebiet grasen etwa 2000 Schafe, und im Frühling und Sommer kommen noch einmal rund 3000 Lämmer dazu. In der wunderschön hügeligen Landschaft bietet das einen herrlichen Anblick.
Sorgsam mit der Natur
Die Bauern des Hoge Berg arbeiten zusammen mit Staatsbosbeheer und Natuurmonumenten an der Erhaltung und Pflege dieses besonderen Gebiets. Sie unterhalten die charakteristischen Texeler Gartenwälle und Tränken und schützen Wiesenvögel und besondere Pflanzen. Da das Gebiet empfindlich ist, wird das Land extensiv genutzt: eine Form der Landwirtschaft, bei der nur in begrenztem Maße in die Natur eingegriffen wird.
Herrlich radeln oder wandern
Das Landschaftsreservat De Hoge Berg eignet sich hervorragend zum Wandern und Radfahren. Das Gebiet ist kleinräumig und die Wege sind schmal. Es gibt verschiedene ausgeschilderte Wanderrouten. An den Zäunen entlang der landwirtschaftlichen Parzellen findest du Holztafeln mit alten Feldnamen. Durch das Scannen des QR-Codes gelangst du auf diese Website mit Hintergrundinformationen zu diesen Namen.
Entdecke den Hoge Berg mit dem Planwagen
Eine einzigartige Fahrt mit dem Planwagen über dieses besondere Stück Texel. Vorbei an alten Bauernhöfen, über wunderschöne Landwege, inmitten der Schafherden und mit schönen Geschichten von Kutscher Kikkert. Schau auf www.kikkertsparadise.nl/huifkartochten.
Regionale Produkte vom Hoge Berg
Auf dem Hoge Berg verkaufen verschiedene lokale Produzenten ihre handwerklichen regionalen Spezialitäten. Schafbauernhof De Waddel stellt Schafskäse her und verkauft Lammfleisch und Wurst. Marianne Verhagen kocht Marmelade aus Hagebutten, Mieke und Christof de Vries produzieren Texeler Senf, Rebecca Geskus arbeitet mit Schafwolle und Bas Hoep verkauft Eier. Die Produkte sind beim Bauern erhältlich, im Laden von De Waddel und über den 24/7-Verkaufsautomaten. Mit deinem Kauf unterstützt du lokale Unternehmer und die Landschaft.
Aktivitäten von De Waddel
Bist du neugierig darauf, wie das Leben eines Schafbauern aussieht? Und wie es ist, in einer der schönsten Landschaften der Niederlande zu wohnen und zu arbeiten? Dann komm zu De Waddel und nimm an einer der Aktivitäten teil, wie Wanderungen, mit dem Bauern unterwegs und Mittagessen und Verkostungen mit Geschichten von Bauer Jan-Willem in der Scheune mit Blick auf den Hoge Berg. Siehe www.dewaddel.nl/activiteiten.