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Mielandschaften

Sobald Sie in der Nähe von Oudeschild Gräben sehen, befinden Sie sich in den Mielandschaften. Einst gingen hier die Hügel des Hoge Berg in Salzwiesen über, wo die Bauern ihr Vieh frei herumlaufen ließen. In der zweiten Hälfte des Mittelalters wurde der Deich- und Schleusenbau weiterentwickelt und die Salzwiesen konnten eingedeicht werden. Auf Texel geschah dies unter der Leitung eines Klosterordens.

collectie Regionaal Archief Alkmaar / RAA-GADH-00341.

Die östlichen Mielandschaften um 1800

Pacht im Mai

Nach der Eindeichung wurden die Mielandschaften Eigentum von Grundbesitzern. Vor allem im Sommer, wenn die Weiden auf dem Hoge Berg zu trocken wurden, brachten die Bauern ihr Vieh in die Mielandschaften. Die Pacht dafür musste im Mai entrichtet werden.

Brackig und sumpfig

Die Mielandschaften liegen unter dem Meeresspiegel. Außerdem wurde dort häufig Lehm gewonnen, wodurch das Bodenniveau noch tiefer zu liegen kam. Das bedeutet, dass das Meerwasser durch die Poren im Seedeich in die kleinen Polder sickert. Das Wasser in den Gräben ist daher brackig. Die Vielfalt an besonderen Pflanzenarten ist dadurch sehr groß.

Gesund

Viele der besonderen Brackwasserpflanzen waren für ihre heilende Wirkung bekannt. Ein krankes Schaf ließ man besser etwas länger in den Mielandschaften grasen. Der Name des Parzells 'die Apotheke' erinnert noch an diese Nutzung.

Wiesenvögel

Die Bauern begannen von jeher nicht vor dem 1. Juli mit dem Mähen und Heuen in den Mielandschaften. Das bedeutete, dass bis dahin die Brachvögel, Kiebitze, Rotschenkel und Austernfischer dort ungestört brüten konnten. Die Vogelliebhaber, auf Texel 'veugeltjeskiekers' genannt, gingen dort daher gerne auf Erkundungstour.

Entwässerung

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Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Landwirtschaft in den Niederlanden großflächig modernisiert. So auch auf Texel. Der Grundwasserspiegel musste an vielen Stellen gesenkt werden, damit das Vieh früher auf das Land konnte. Es wurde eine breite Wasserstraße durch die Mielandschaften gegraben, die Gräben bekamen steile, schnurgerade Ufer und das Pumpwerk bei der Schans sorgte dafür, dass mehr Regenwasser in das Wattenmeer abgeleitet werden konnte. Für die typische Brackwasserflora und die Wiesenvögel war dies keine günstige Entwicklung.

Reservat

Natuurmonumenten verwaltet eine Anzahl von Grasländern, die den Charakter der früheren Mielandschaften noch gut widerspiegeln. Die landwirtschaftliche Mitnutzung ist dort auf eine optimale Verwaltung der Natur abgestimmt. Dieses Reservat heißt 'Büttikoffers Mieland'. Es ist nach einem Schweizer Zoologen Büttikofer benannt, der von 1919 bis 1924 Vorsitzender von Vogelbescherming Nederland war.

Verbreiterte Grabenränder

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Auch an anderen Stellen kommt der sumpfige Charakter der ursprünglichen Mielandschaften wieder zum Vorschein. Wasser- und Naturverwalter arbeiten mit den Bauern zusammen, um dort wo es möglich ist, die Gräben mit flach abfallenden Ufern zu versehen. Auf diese Weise entstehen neue Wuchsplätze für Sumpfpflanzen, mit neuen Chancen für die Tiere, die gerne zwischen ihnen leben.

Entdecken Sie die Felder und die Kulturgeschichte. Klicken Sie auf die orangefarbenen, schwarzen und grünen Markierungen auf der Karte.
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