Der erste Hafen
Der Hafen von Oudeschild wurde kurz nach 1780 angelegt. Er war für die kleine Segelschifffahrt gedacht: Fischer, Lotsen und kleine Frachtschiffe. Die kleinen Segelschiffe legten vor dem Hafenbau an den Wattenstränden an. Das Be- und Entladen war dort ziemlich umständlich. In einem Hafen geht das viel einfacher. Außerdem bot ein Hafen Schutz bei Sturm. Die großen Seeschiffe brauchten keinen Hafen. Sie gingen vor der Reede vor Anker.
![InventarisnummerNL_HlmNHA_359_4670SoortTekeningBeschrijvingHavengezicht van Oudeschild, vanuit het zuiden. 1 topogr. tek.: potlood l.m.: J.C. Grave Sr. (uitgegumd) 383 x 590 mmOpmerkingenpendant van Texel 060 b Texel 4 Nov 1853 Texel 060 aVervaardiger(s)Grave Sr., J.C. [werkzaam 1853]](/images/article_images/haven-1850.jpg)
Den Berger
Leendert den Berger musste lange kämpfen für den Bau eines Hafens auf Texel. Die einflussreichen Kaufleute aus Amsterdam waren heftig dagegen. Sie wollten nicht, dass Oudeschild zu einer Handelsstadt heranwachsen würde. Aber Leendert gewann den Streit. Um Geld für den Hafenbau zu sammeln, wurden Anleihen ausgegeben. So konnten auch wohlhabende Texeler ihren Beitrag leisten.
Der Ort

Zur Zeit des Hafenbaus war das Dorf Oudeschild noch deutlich kleiner als heute. Der Hafen wurde ein Stück nordöstlich dieses alten Dorfes ausgehoben. Den Berger nutzte dabei einen Teich, der bei einem früheren Deichbruch entstanden war. Ladung und Passagiere mussten vom Hafen aus über das Dorf zu anderen Orten auf Texel, denn die Schilderweg gab es damals noch nicht.
Zufluchtsort
![NL_HlmNHA_359_4666SoortPrentBeschrijvingOp de voorgrond diverse schepen. Geheel rechts de toegang tot de in 1780 in gebruik genomen haven. Op de achtergrond Oudeschild. 1 topogr. prent: ets, aquatint en gravure l.o.: Drawn by S. Hutchinson Esgr., Agent & c, & c, to His Majestys Packet Boats at the Brielle in Holland.; r.o.: Engraved by F. Jukes. 377 x 493 mmOpmerkingenTo Her Grace the Dutchess of Devonshire This Original view of the New Port of Texel and Village T'Shilt in Holland is respectfully dedicated (with permission) by Her Graces much obliged and devoted humble Servant S: Hutchinson.-London Pub[lishe]d Jan. 1st [Gezicht op de nieuwe haven van Texel en het dorp Oude Schild] Texel 028Vervaardiger(s)Hutchinson, Samuel [werkzaam 1770- na 1802], del.Jukes, Francis (1745/47-1812), sc.Datering1810 - 1810](/images/article_images/62EC7DD0-FB8F-11DF-9E4D-523BC2E286E2_0.jpg)
Schon bald nach der Eröffnung bewies der Hafen seine Funktion als Zufluchtsort. Während eines schweren Sturms suchten viele Segelschiffe Zuflucht in dem neuen Hafen. Dabei fiel auf, dass das geräumige Hafenbecken gut berechnet war. Selbst ein großer 'Lichter' (Binnenschiff) konnte mit vollen Segeln in den Hafen einlaufen und, einmal drinnen, unter Segeln zu einem Liegeplatz navigieren.
Skilsloot verlängert
Während des Hafenbaus war der Handel mit Texeler Trinkwasser für die Seeschiffe immer noch bedeutsam. Deshalb wurde die Skilsloot nach der Eröffnung des Hafens verlängert. Die Prähme mit Wasserfässern konnten auf diese Weise vom Hoge Berg zum Hafen durchfahren.
Napoleon
Während der französischen Besatzung dachten Napoleons Strategen, dass Südost-Texel besser gegen mögliche feindliche Einfälle verteidigt werden müsste. Der Kaiser selbst schrieb 1811 seine nôte sur l'Ile de Texel, worin er unter anderem den Auftrag gab, den Hafen von Oudeschild mit einer hohen Mauer umgeben zu lassen, komplett mit Bastionen, Geschützen und einem Festungsgraben. Wegen Geldmangel wurde dieser Plan auf die lange Bank geschoben. Nach Napoleons Fall bei Waterloo ist es nie mehr dazu gekommen.
Versandung...
Im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts nahm die wirtschaftliche Betriebsamkeit auf Texel enorm ab. Die Eröffnung des Noordhollandsch Kanaal 1824 war der Todesstoß für die Funktion der Reede als Außenhafen von Amsterdam. Die Schiffe konnten von da an über den Kanal zur Handelsstadt geschleppt werden. Oudeschild wurde ein gewöhnlicher Fischerort an der Zuiderzee und die Fänge waren allzu oft mager. In diesen harten Zeiten versandete der westliche Teil des Hafens. Es gab kein Geld für die Baggerarbeiten. Schließlich wurde dieser Teil ganz zugeschüttet. Später entstanden an dieser neuen Kaimauer Lagerhäuser und eine Schiffswerft.
...und Ausgraben

Entwicklungen in der Fischerei und das Aufkommen der Fährverbindung nach Texel machten es notwendig, dass im westlichen Teil des ursprünglichen Hafens wieder ein zusätzliches Hafenbecken ausgehoben wurde. Später wurde ein zusätzlicher Arbeitshafen für die stark wachsende Flotte von Nordseekuttern angelegt, für ein Trockendock und für die Frachtschiffe, die Texeler Landwirtschaftsprodukte transportieren. Und noch später wurden in zwei Schritten die beiden Jachthäfen angelegt. Damit ist der Hafen von Den Berger etwa siebenmal so groß geworden. Immer noch ist er Kulisse für zahlreiche Aktivitäten, und immer noch ist er ein Hafen für die kleine Schifffahrt.